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Tablets, Boards und Roboter – das sind Dinge, die normalerweise nicht zur Grundausstattung einer Kindertagesstätte gehören. In der Kita Satrup schon, denn hier lernen Kinder mit Medien.

 

Gyde Schmidt ist die Leiterin der ADS-Kita Satrup. Gemeinsam mit ihrem Team hat sie ein Digitalkonzept für die Einrichtung aufgestellt, das über das Medienangebot für Kinder sowie dessen Chancen und Zielsetzung informiert. Auch wenn digitale Medien im Alltag von Kindern und Jugendlichen immer präsenter werden, fällt dem ADS aufgrund seiner engagierten Arbeit im Krippen- und Elementarbereich eine Pionierstellung zu. In der Kita Satrup ist sich das Team einig, dass Medienbildung bereits im frühkindlichen Alter beginnen sollte. Richtig gemacht, kann sie Kindern, Eltern und Erzieher*innen viele Vorteile bringen.

 

Hallo Frau Schmidt, wie werden digitale Medien in der Kita Satrup eingesetzt?

Neben allen anderen Bildungsleitlinien spielt die digitale Bildung bei uns eine zentrale Rolle. Sie findet überall dort Platz, wo sie unterstützt und einen Mehrwert schafft. Dabei binden wir die Medien in den Alltag der Kinder ein, sodass sich viele natürliche Berührungspunkte ergeben.

 

Welche Geräte kommen denn genau zum Einsatz?

Wir haben unterschiedliche Spiele angeschafft, zum Beispiel „Bee-Bot“ oder das „MatataLab Coding Set“. Diese beiden Roboter führen Kinder spielerisch in die Welt des Programmierens ein und sind sehr beliebt. Außerdem gehören Digitalkameras, Tablets und digitale Mikroskope sowie Beamer und Leinwand zu unserem Sortiment. Mit verschiedenen Apps wie „Stop Motion Studio“ oder „Pic Collage“ können die Kinder grafisch kreativ werden und Collagen oder kleine Filme erstellen.

 

Mit „Storyboard“ haben wir ein Spiel im Angebot, dass die neuen Medien und unsere große Leidenschaft, die Sprachförderung, miteinander verbindet. Die jungen User erstellen damit eine Geschichte: Sie basteln Bilder, die von der Tabletkamera auf dem Storyboard abgefilmt und dann für alle an die Wand projiziert werden. Es ist jedes Mal wieder schön, wie aktiv und freudvoll die Kinder das hölzerne Tool nutzen und dabei erzählen, kommentieren und in den Austausch miteinander treten.

 

Das ist wahrscheinlich auch das Ziel der Medien in Ihrer Kita?

Ganz genau! Unsere Kinder in der Kita Satrup sollen digitale Medien nicht konsumieren, sondern aktiv nutzen und zu kreativen Produzent*innen werden. In Abstimmung mit den Eltern wollen wir den Kindern einen verantwortungsbewussten und durchaus kritischen Umgang mit digitalen Medien beibringen. So hoffen wir, dass sie sich später eigenständig und selbstbewusst in der Onlinewelt bewegen und Cybermobbing nie Thema für sie wird.

 

Und wie wichtig sind die Persönlichkeitsrechte der Kinder dabei?

Sehr wichtig. Das Recht am eigenen Bild haben Kinder im Alter von 0-7 Jahren zwar noch nicht, das liegt bei den Eltern. Aber für uns als pädagogische Fachkräfte ist es dennoch essenziell, dass die Kinder niemals ungefragt fotografiert oder veröffentlicht werden. Wir fragen sie immer vorher und hoffen, sie so für die eigenen Rechte sensibilisieren zu können.

 

Erzählen Sie uns noch kurz etwas zum TOMMI Förderpreis. Werden Sie nächstes Jahr wieder teilnehmen?

Der TOMMI Förderpreis wurde 2022 zum zweiten Mal an drei Kindertageseinrichtungen verliehen, die mit einem innovativen und praxiserprobten Digitalkonzept überzeugen konnten. Wir haben nicht gewonnen, waren aber unter den Nominierten. Das war total spannend und wir werden es bestimmt in diesem Jahr wieder versuchen, denn wir sind überzeugt von unserer Arbeit und dem Thema digitale Bildung in unseren Einrichtungen. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an mein Team! Ich bin sehr stolz, dass wir jetzt ein eigenes Digitalkonzept für Satrup umsetzen, das so gut bei den Kindern und ihren Eltern ankommt.

 

Teilen Sie Ihre Expertise und Erfahrungen auch mit anderen Kindergärten?

Ja, dazu sind wir jederzeit bereit. In den nächsten Monaten werden wir dazu auch in zwei internen Teams unterwegs sein. Es bleibt also spannend!

 

Vielen Dank für das Interview!